Vereinschronik

Die Wurzeln der Stadtmusik Feldbach reichen zurück bis in das Revolutionsjahr 1848. Damals wurde in Feldbach eine Nationalgarde aufgestellt, der eine eigene Musikkapelle mit einem Kapellmeister namens J. Groß angeschlossen war. Ein schriftlicher Hinweis darauf findet sich in einer im Jahr 1898 durchgeführten Inventur der Instrumente und Uniformen, die sich im Besitz der Gemeinde befanden. Es wurde bemängelt, dass die große Trommel aus dem Jahr 1848 stammt, überdies aus Holz ist und kaum mehr viele Schläge aushalten dürfte.

In einem Schreiben vom 31. Dezember 1951 gratulierte die Musikinstrumentenfirma Stowasser aus Graz der Stadtkapelle Feldbach zum 100-jährigen Jubiläum. Welche Quelle für das Gratulationsschreiben benützt wurde, konnte allerdings nicht mehr festgestellt werden.

Für die Zeit bis 1886 finden sich immer wieder Hinweise auf eine Feldbacher Musikkapelle in den erhaltenen Chroniken des Männergesangsvereines und der Feuerwehr Feldbach. So wurde festgehalten, dass anlässlich der Stadterhebung Feldbachs am 31. Jänner 1884 die "Musik" spielte. Diese Musikkapelle konnte sich natürlich erst ab diesem Zeitpunkt "Stadtkapelle Feldbach" nennen und wurde unter dieser Bezeichnung erstmals am 6. Juli 1889 in der Chronik des Gesangsvereines erwähnt.

Eines der ersten Bilder der Stadtmusik Feldbach aus dem Jahr 1889

In diesem Jahr erfolgte die erste Uniformierung mit einem Feuerwehruniformrock mit Kappe. Diese erste einheitliche Kleidung ist auch Vorlage für die jetzt getragene Uniform der Stadtmusik Feldbach.

Durch ein Foto wird die Stadtkapelle im 1. Weltkrieg als Lagermusik im Kriegsgefangenenlager Feldbach gezeigt. Die meisten Musiker waren zu dieser Zeit im Lager beschäftigt und trugen eine Militäruniform. Dieses Lager war mit bis zu 50.000 Mann einschließlich der Wachmannschaft das größte der k. u. k. Monarchie. Durch diese Verwendung als Lagermusik konnte in den Wirren der Nachkriegszeit der Spielbetrieb rasch wieder aufgenommen werden.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde die Stadtkapelle auf Weisung von Oben in einen SA-Musikzug umfunktioniert, obwohl viele Musiker dagegen protestierten. Dieser wurde 1941/1942 wieder aufgelöst.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges war die Stadtkapelle trotz des kriegsbedingten Ausfalls von Musikern bereits 1946 wieder spielbereit. Es wurde ein reger und von der Bevölkerung gerne angenommener Konzertbetrieb aufgenommen. Wie aus Konzertprogrammen und Veranstaltungsplakaten zu entnehmen ist, bildeten sich aus den Reihen der Musiker verschiedene Ensembles (Salonorchester, Jazzorchester, Tanzkapelle) die zum Großteil die musikalischen Veranstaltungen in der Stadt mitgestalteten. 

 

Das Salonorchester der Stadtmusik:

Hinten v.l.n.r.:
Hans Taferner, Kontrabass 
Alois Wunderl, Trompete
Karl Gingl, Trompete
Josef Hutter, Schlagzeug 

Vorne v.l.n.r.:
Hans Müllner, Saxophon
Rupert Müller, Saxophon
Rudolf Trummer sen., Akkordeon
Rudolf Kager, Geige

1951 erfolgte die Konstituierung als Musikverein. 1960 erfolgte eine Neuinstrumentierung damit die Umstellung auf die tiefe Stimmung. 1984 erfolgte die Umbenennung in "Stadtmusik Feldbach".

 

 

 

Die Stadtmusik Feldbach um 1984